Lass dich, überlass dich
Du lass von zarten Blicken dich heben
auf die betropfte Irisblüte des Abends.
Stelle den Zeiger des Herzens auf die Neigung
des Lichts: Es birgt noch goldene Stille am Grund.
Lass von dem Lächeln, das dir nicht galt,
es hat wie Fliederduft träg sich verschwendet,
erweichen lasse dich. Schon sickert
aus den Hörnern des Schlafs warmes Harz.
Unterm Löß, hinter Mauern fädeln sich
leise Stimmen, Insektengetrommel,
glitzernde Liebeshärchen, flechtet
Nervengezwitscher sich umeinander.
Lass dich, überlass dich der liebenden
Deutung der Zeichen, die auf die Haut dir
blind Gefühl schreibt mit Schauern,
mit Atemwellen behauchenden Munds.