Skip to content

Ein Hündchen träumt

04.03.2025

Es reckt die Ohren gleich, wenn hell die Stiege
von seines Herrchens lieben Schritten tönt.
Das seidne Fell, vom Sonnenstrahl verschönt,
sagt einem Mädchen, deine Wange schmiege.

Es fand wohl Heimat, warm bei Napf und Kissen,
doch fühlt’s, kein Teppich atmet Thymian.
Ein Sprung geht wie in zartem Porzellan
durchs Herz ihm, Wildnis immer fern zu wissen.

Wüst wedelt es, beißt in die Leine, bellt,
heiß hastet es dem Balle nach, dem roten,
äugt treu, wenn er dem Herrn zu Füßen fällt.

Nachts träumt’s, als riefen ihm die toten
Vorfahren, Hüter einst der Rentierherde:
„Schön war das Wandern auf der freien Erde.“

 

Comments are closed.

Top