Der Flaum
Im hohen Gras hast du gelegen,
rings trieb der Wind sein Narrenspiel
und Schatten gingen auf den Wegen,
als dir ein Flaum zu Füßen fiel.
Ist er den Wolken ferner Bläue,
so hell, so weich und sommerwahr,
entschwebt, als wär noch eine Treue,
die deiner dächte wunderbar?
So glühte, die allein dich wärmte,
die Träne dir aus dunklem Grund,
und den das bittre Schweigen härmte,
ein Seufzen tat dir auf den Mund.
Ach, Freund, daß dich die Halme hüllen,
dir Wolken schweben durch den Traum,
kein Seufzen kann die Wehmut stillen,
schon raubte Wind den leichten Flaum.
Und fiel der Flaum aus dunklen Föhren,
aus kleiner Vögel Brutgenist,
magst du im Schlaf ein Zwitschern hören,
daß Treue noch am Leben ist.
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