In die Fremde gehen
ἔσσεται ἦμαρ ὅτ’ ἄν ποτ’ ὀλώλῃ Ἴλιος ἱρὴ
Ilias VI 448
Einst wird kommen der Tag, da Ilios fällt, das uns heilig
Gerhard Fink
Im Wissen, Ilios, die heilige, müsse fallen,
nimmt Hektor Abschied von Andromache,
ihr Bild verschwimmt schon in Hesperiens Schnee,
Astyanax hört er von fern noch lallen.
Sie aber würde in der Fremde tragen
Amphoren von den rätselbittern Quellen,
mit Tränen netzen die verhaßten Schwellen,
nie mehr ein Wort der Muttersprache sagen.
Auch du wirst, Dichter, in die Fremde gehen,
als Wegzehr müssen dir die Flocken dienen,
die aus erloschenen Himmels Abgrund wehen.
Die Waben laß, den Honig goldner Bienen,
die um der Heimat holde Blüten summten.
Die dich genährt, die Lieder, sie verstummten.
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