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Der Wein des Dichters

28.02.2025

Die Gischt des Monds wäscht ab den Staub,
der Regen singt von müden Rebenranken,
woran dumpf pochend unsre Herzen kranken,
die Asche des verglühten Sinns vom Laub.

Gut ist den Nacken beugen einem Quell,
dem Felsenmund entflossen, süßem Leuchten,
wenn matte Moose sich mit Glanz befeuchten
und Lebensgeister rufen: „Nacht, wie hell!“

Sei, Dichter, uns dein Wort ein goldner Wein,
der unterm Kuß des Abendsternes sprüht.
Mag er in unsrer Brust die Sonne sein,

den Hades unsrer Ängste zu erwärmen.
Der Rose gleiche sie, die sanft verglüht,
wenn dämmerbang noch Falter um sie schwärmen.

 

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